Nuri Sahin (im Duell gegen Leverkusens Kießling) wechselt zu Real Madrid
An Krücken musste Nuri Sahin die Dortmunder Meisterschaft am 32. Spieltag feiern. Nach dem 2:0 im Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg war es so weit, der Zweitplatzierte Leverkusen konnte auch rechnerisch nichts mehr machen. Sahin war einer der Garanten für diese Dortmunder Meisterschaft und die Dominanz, welche das Team die ganze Saison über ausstrahlte. Doch Klopps Eckpfeiler wird den BVB zum Saisonende verlassen, das Ziel ist Real Madrid. Beim spanischen Spitzenklub wird er auf zwei alte Bekannte aus Bundesligatagen treffen, Mesut Özil und Sami Khedira heuerten dort vor einem Jahr an. Dabei sahen einige Experten schon eine Stagnation in Sahins Karriere.
Vom Wunderkind zur Leihgabe
Kurz vor seinem 17. Geburtstag debütierte Nuri Sahin am 6. August 2005 in der Bundesliga für den BVB. Und nur wenige Monate später sicherte er sich das Prädikat jüngster Bundesligatorschütze, als er am 26. November 2005 seinen ersten Treffer in der Liga markierte. Es schien sich auszuzahlen, dass man ein Jahr zuvor ein Angebot von Arsenal London ausschlug, die 3 Millionen für ihn zahlen wollten. Denn Arsene Wenger hatte Sahin bei der U17-Europameisterschaft beobachtet und ihn als bestes Talent des Turniers empfunden. So kickte Sahin weiter im Ruhrgebiet und profitierte davon, dass er unter Trainer Bert van Marwijk uneingeschränktes Vertrauen genoss. Doch Formschwankungen und ein Trainerwechsel sorgten dafür, dass Sahin aus der Stammelf auf die Bank rückte. In der Saison 2007/08 wechselte er deshalb als Leihgabe zu Feyenoord Rotterdam, wo inzwischen Bert van Marwiijk auf der Trainerbank saß. Hier blühte Sahin auf und wurde direkt Stammspieler und holländischer Nationalspieler.
Der Weg zur internationalen Klasse
Als Sahin im Sommer 2008 wieder nach Dortmund zurückkehrt, wartet dort wieder ein neuer Trainer. Jürgen Klopp hat seinen Dienst angetreten und er denkt gar nicht daran, den kleinen Mittelfeldspieler wieder abzugeben. Was Klopp aber macht, ist ihn aus der Offensive auf die defensive Sechserposition zu stellen. Dort blüht Sahin nun richtig auf, er hat das Feld vor sich und kann seine große Spielintelligenz beweisen. Innerhalb von einer Saison steigt er zum unumstrittenen Stammspieler auf. Eine Position, die er in der türkischen Nationalmannschaft noch nicht inne hat. Bei der Europameisterschaft 2008 stand er nicht im Kader und 2010 hat sich die Türkei nicht für die WM qualifiziert. In der Euro-Quali durfte Sahin nun aber zweimal ran, gegen Deutschland und Österreich stand er in der Startelf, zudem bestritt er zwei Freundschaftsspiele. Und nun der Wechsel zu Real Madrid, in eine Mannschaft, die gerade im Mittelfeld auf allen Positionen eigentlich jetzt schon doppelt besetzt ist. Doch Özil und Khedira haben bewiesen, dass es möglich ist, sich in die erste Mannschaft zu spielen. Wird Sahin es auch schaffen?
Bild: Bayer Leverkusen