Quotenberechnung
Wer sich bei verschiedenen Wettanbietern einmal die Quoten angeschaut hat, wird sich mit Sicherheit schon bei der Frage ertappt haben, wie diese Quoten zustande kommen. Die Buchmacher würfeln die Quoten für die Sportwetten natürlich nicht einfach nur aus, sondern es steckt ein System dahinter. Wenn Sie wissen, wie die Quotenberechnung funktioniert, ist dies zum Beispiel auch bei der Valuebet nützlich, im verlinkten Artikel finden Sie zu dem Thema mehr. Am Ende dieses Artikels gibt es zudem die Formel, mit der Sie den Quotenschlüssel der Wettanbieter ausrechnen können. So sehen Sie, wie deren Gewinnmarge ist und im Gegenzug die Auschüttung an die Sportwetter. Doch wir gehen erst einmal zum Anfang der Quotenberechnung:
Die Wahrscheinlichkeiten errechnen
Ohne Mathematik kommen wir hier nicht aus, aber keine Angst, für unser Beispiel müssen wir nur wenig rechnen. Als Beispiel nehmen wir eine Partie zwischen dem FC Bayern München und dem 1. FC Köln. Um zu schauen, wie wahrscheinlich die einzelnen Spielausgänge (1 = Heimsieg, X = Unentschieden und 2 = Auswärtssieg) sind, ziehen die Wettanbieter Computerprogramme zu Rate. Diese kalkulieren anhand der letzten Ergebnisse, Anzahl der Tore und des Tabellenrangs, wie die Wahrscheinlichkeiten aussehen. So wird das aus diesen Daten wahrscheinlichste Ergebnis errechnet. In der folgenden Tabelle sind die Wahrscheinlichkeiten eines Buchmachers für eine Einzelwette zu sehen:

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Die fairen Quoten berechnen
Auf dieser Grundlage werden dann die fairen Quoten errechnet. Die Quoten heißen so, weil die Buchmacher von diesen noch ihre Gewinnmarge abziehen. Darauf gehen wir im nächsten Abschnitt aber noch näher ein. Wenn wir zugrunde legen, dass bei einer Quote von 2.00 die Wahrscheinlichkeit 50% beträgt, bei 3.00 noch 33,33% und bei 4.0 dann 25% usw., kommen wir zu den fairen Quoten, welche Sie in der nächsten Tabelle sehen:

Die Buchmacher Quoten berechnen
Würden diese fairen Quoten bei den Buchmachern auf der Website auftauchen, wären diese vermutlich schon nach kurzer Zeit pleite. Denn 100% Ausschüttung sind natürlich nicht möglich bzw. wären es teilweise noch mehr. Wenn viele Tipper auf das Ereignis 1 gesetzt haben und von den Sportwettern auf X und 2 kaum Einsätze kamen, muss der Wettanbieter die Verluste aus eigener Tasche tragen. Ziel der Quoten ist es aber, dass die Gewinne von den Verlierern gezahlt werden und der Buchmacher bei jedem Ereignis einen Gewinn erzielt. Darum sehen wir jetzt die bereinigten Quoten des Wettanbieters:

In diesem Beispiel haben wir 20% von jeder Quote abgezogen, allgemein kann man sagen, dass die verschiedenen Wettanbieter die Quoten um 10 – 30% reduzieren. Teilweise wird auch bei den Ereignissen 1 – X – 2 unterschiedlich die Quote reduziert, im Gegensatz zu unserem Beispiel. Es gibt aber eine Formel, mit der sich ausrechnen lässt, inwiefern der Buchmacher die Marge insgesamt berechnet hat:
1 : ( [1 : (1)] + [1 : (X)] + [1 : (2)] ) x 100 = Quotenschlüssel
Natürlich sind diese Quoten flexibel, wer ein Asien Handicap oder eine normale Handicap Wette spielt, der ändert die Quoten auch sofort.
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Den Gewinn der Wettanbieter berechnen
Anhand dieses Beispiels lässt sich schnell feststellen, bei welchem Ereignis der Buchmacher wie viel Gewinn macht. Dazu gehen wir davon aus, dass 100 Sportwetter so setzen, wie die Wahrscheinlichkeiten oben in der Tabelle aussehen. Damit haben wir den Gesamteinsatz (GE) von 1000€ folgendermaßen aufgeteilt:
- 65 x 10€ auf Ereignis 1 = 650€
- 25 x 10€ auf Ereignis X = 250€
- 10 x 10€ auf Ereignis 2 = 100€
Nun nehmen wir uns die einzelnen Spielausgänge vor:
- 1 tritt ein: GE – (650 x 1.24) = 1000 – 806 = 194€ Reingewinn für den Buchmacher
- X tritt ein: GE – (250 x 3.20) = 1000 – 800 = 200€ Reingewinn für den Buchmacher
- 2 tritt ein: GE – (100 x 8.00) = 1000 – 800 = 200€ Reingewinn für den Buchmacher
So lässt sich an dem Beispiel gut erkennen, dass der Buchmacher seine Quoten genau ausbalancieren muss, damit er bei jedem Ereignis auch einen Reingewinn hat.